

Dianxue
Kyusho
Was ist den nun Kyusho?
Zunächst einmal sollte man wissen, dass das japanische Wort Kyusho übersetzt einfach nur erste Sekunde bedeutet.
Wenn Sie bei Google nach dem Begriff Kyusho suchen, werden sie schnell feststellen, dass dieser Begriff schon sehr stark
kommerzialisiert ist. Unzählige internationale Vereinigungen, Profis, Verbände und Vereine benutzen diesen Begriff leider zur Vermarktung.
Hiervon distanziere ich mich ausdrücklich.
Für mich ist Kyusho ein Kampfsystem, dass es einem Individuum ermöglichen soll in der "ersten Sekunde" einer schwierigen vielleicht sogar lebensbedrohenden Situationen körperlich und psychisch zu bestehen!
Der Begriff erste Sekunde ist
also natürlich auch philosophisch zu verstehen.
Kyusho legt größten Wert darauf ein realistisches, offensives und kompromissloses
Kampfsystem zu sein.
Dieses Kampfsystem basiert auf unkomplizierten und hocheffektiven
Techniken und ist beeinflusst durch unterschiedliche verschieden Kriegskünste.
Sehr stark geprägt ist es durch meine persönlichen Erfahrungen in
Wing Chun und die altrussische Kampfkunst SYSTEMA.
Kyusho verzichtet auf das Verleihen von Gürtelchen, Meditation, Anbeten
verstorbener Stilgründer und Akrobatik. Es ist frei von überflüssigen Ritualen
wie sie z.B. in den versportlichten Kampfkünsten vorzufinden sind. Alle
Techniken beschränken sich auf das Notwendigste und ermöglichen auch schwächeren
Personen eine erfolgreiche Verteidigung.
Kyusho distanziert sich ausdrücklich vom Kampfsport oder traditioneller Kampfkunst und stellt sich auch nicht mit diesen gleich!
Ein wenig Geschichte, man könnte auch Wissen sagen:
Woher kommt Kyusho?
Wie um die meisten Dinge die im Zusammenhang mit den asiatischen Kriegskünsten stehen gibt es zur Entstehung
viele Mythen und wenig greifbares. Meine Vermutung dazu ist folgendes:
Kyusho stammt von einer uralten chinesische Kriegskunst ab mit dem Name Dianxue
Dianxue oder je nach chinesischem Dialekt: Dim Mak, Dim Muk, Dim Hsueh, Dim Shao, Dim Shing oder Dim Su
Die zwei Silben Dian und Xue bedeuten eigentlich nur so viel wie:
drücken, berühren und (Nerven) Punkt
Aus dem uralten Dianxue in China, entstand Kyusho in Japan
Im Gegensatz zu dem weit verbreiteten Glauben Dianxue wurde gelehrt um zu töten, war genau das Gegenteil der Fall.
In China war es das intensive Studium der medizinischen Kunst in Verbindung mit der Kriegskunst um zu heilen, nicht um zu töten!
Die Symbole Yin und Yang stehen für die Wiedergeburt und die Zerstörung die von dieser Kriegskunst ausgehen kann.

Die Akupressur und später die
Akupunktur hat sich von der traditionellen
chinesischen Kriegskunst Dianxue entwickelt, die Techniken benutzte um
ausgewählten Druckpunkte auf dem Körper des Gegners zu berühren, die Strömung
von Blut und Energie für einen Augenblick zu verhindern um Bewusstlosigkeit zu
verursachen. Auf dieser Theorie basierend fasst heute der Therapeut den gleichen
Druckpunkt geschickt an, um die Strömung von Blut und Energie zu fördern und
eine Verletzung zu heilen.
Chinesische Kriegskünste, insbesondere die Kunst von Dianxue, sind in frühen
Jahrhunderten traditionell in Rätseln und unzähligen Legenden und Erzählungen
gehüllt worden.
Authentische historische Unterlagen dieser
Kunst sind selten und fragmentarisch. Einer der frühesten Überreste, die zu
dieser alten Tradition Zeugnis ablegen, ist der
Shaolin Tempel, tief im
Songshan
Gebirge dreizehn Kilometer nordwestlich von heutigem
Dengfeng , in der
Provinz Henan, in Zentralchina. Alte offizielle chinesische Dokumente belegen
die Geschichte, die zeigt, dass 495 nach Christus, der Nördliche Wei Kaiser
Xiaowen verfügte das Gebäude dieses Tempels für den indischen Buddhisten
Bhadra, der nach China gekommen war, um seine Religion auszubreiten zur
Verfügung zu stellen. 527 nach Christus, kam auch ein anderer indischer
Buddhist, Bodhidharma, zu diesem Tempel um zu predigen. Als seine Jünger lange
Stunden in Meditation verbrachten, brauchten sie Übungen, um ihre Muskeln zu
strecken und zu stärken. Außerdem, gab es wilde Tiere und Straßenräuber in den
umliegenden Bergen. Die Mönche hatten so das "Bedürfnis" kriegerische
Fähigkeiten zur Selbstverteidigung zu entwickeln.
Bodhidharma entwarf eine Folge von achtzehn Körperbewegungen nach den Bewegungen
des springenden Tigers, eines kletterndem Affen, eines fliegenden Vogels, eine
kriechende Schlange und so weiter.
Zwei klassische Kriegskünste entstanden daraus: Xisui (übersetzt etwa: das Mark heraus waschen) und Yijin (übersetzt etwa: Änderung der Sehnen). Xisui ist im Altertum verloren gegangen.
Yijin wurde im Shaolin Tempel
ausgeübt, über Jahrhunderte etabliert, und verfeinert, bevor es sich schließlich
zu dem entwickelte, was es jetzt als Shaolin- Schule für kriegerische
Künste Kung Fu ist.
Die Techniken des Dianxue entstanden vom fabelhaften Kriegskünstler
Zhang Sanfeng, einem taoistischem Priester vom nordöstlichen China.
Ein Buch der Ming Dynastie belegt die Existenz von Zhang Sanfeng; es beweist, dass zwei Ming-Kaiser, Taizu (1368-1398) und Chengzu (1403-1424), sich beide vergeblich bemühten, Zhang Sanfeng in den Bergen ausfindig zu machen.
Zhang Sanfeng entdeckte später 72 Druckpunkte
die im Dianxue dazu verwendet wurden, einen Körper zu verwunden oder zu töten.
Nach Jahrhunderten kontinuierlicher Verfeinerung, der Kriegskunst und der
Heilkunst geschah im Jahr 1553, der Einmarsch japanischer Invasoren nach China,
zu dessen Verteidigung die Shaolin Mönche eingesetzt wurden. Die Japaner nahmen
diese schon damals alte chinesische Kriegskunst mit nach Hause und entwickelten
daraus ihre modernen Formen von Karate, Kendo, Kyudo, Aikido, Judo usw.
Im Einklang mit der Kriegskunst der Shaolin Mönche entstand das natürliche Bedürfnis Arzneien für Behandlung von Verletzungen zu entwickeln, die dadurch verursacht wurden.
In der Ming und Qing-Dynastie
(1368-1911) entwickelte sich ein therapeutisches System, das den Namen Shaolin-Traumatologie annahm, und sich zu einer Form der traditionellen
chinesischen Medizin entwickelte, die sich auf die Behandlung der Verletzungen
von Knochen, Sehnen und Muskeln spezialisierte. Eine Schule fing an, für dieses
System, die Theorien und die Techniken von Dianxue zu benutzen, um einem
therapeutischen Zweck zu dienen. Das war die Geburt der heutigen Akupressur
Therapien.
Die nach Zhang Sanfeng aufgeführten 72 Druckpunkte werden nach mehr als 500
Jahren immer noch von modernen Akupressur-Therapeuten benutzt!!!!
Um das zu erreichen werden Druckpunkte, die über unterschiedliche Stellen (Meridiane) des Körpers verlaufen, gerieben, gedrückt oder geschlagen.
Generell ist eine Nervendruckstelle ein Ort, an dem am meisten Energie an einen Nerv oder an ein Bündel von Nerven übertragen (weitergegeben) werden kann. Es ist ein Punkt, wo es eine kleine Zentrale von zwei zusammenlaufenden Nerven oder mehr größeren Nervenwege gibt oder ein Punkt, wo sich größere Nervenbahnen vereinigen, (ein Nervenbündel oder Plexus).
Das bedeutet, wenn solch ein Punkt getroffen wird, verstärkt sich der Schmerz auf seinem Weg durch die Nervenbahn extrem. Am Arm gibt es zum Beispiel eine Druckstelle die Schmerz auf allen drei größeren Nervenwegen des Armes direkt ins Gehirn sendet und zwar über den Radialnerv, Medial,- und Ulnarnerv. Kyusho benötigt keine komplizierten Techniken und deutlich weniger Kraftaufwand und ist deshalb ideal für Kinder, Frauen und Senioren geeignet.
Das Geheimnis: Kyusho leitet Signale über unterschiedliche Nervenbahnen direkt zum Ziel (z. B: Gehirn) eines Gegners, um ihn kampfunfähig zu machen.
Die im Kyusho benutzten Druckstellen sind die Gleichen, die in der klassischen traditionellen chinesischen Medizin (TCM) zum Beispiel in der Akupunktur benutzten werden. Akupunktur und Akupressur betrachten Druckstellen als Tore, an dem der Durchfluss von lebenswichtiger Energie (Chi oder Ki) manipuliert werden kann. Der Akupunkteur mit seinen Nadeln, benutzt diese Tore, um den Durchfluss von Energie zu vergrößern oder zu vermindern. Damit kann er die gesunde Balance innerhalb des Körpers wieder herzustellen. Kyusho-Jitsu benutzt die gleichen Tore um den Durchfluss von Energie zu unterbrechen, um damit einen Gegner zu besiegen.
Kyusho ist anders!!
Wie häufig in Ihrem Leben waren Sie schon in einer Notwehrsituation? Wie oft wird das passieren??
Mit Kyusho lernen Sie sich zu verteidigen, und ganz nebenbei lernen sie Akupressurpunkte. Die können sie in Ihr Leben integrieren z.B. gegen Kopfschmerzen, Migräne, Asthma usw. Ich möchte aber darauf aufmerksam machen, dass eine Anwendung der Druckpunkte im täglichen Leben nur ein Nebenprodukt des Trainings ist, und nicht im Vordergrund steht.
Da Kyusho ursprünglich dazu gedacht war, sich gegen bewaffnete Angreifer zu verteidigen, waren die Gründer gezwungen Methoden zu entwickeln die tödlich waren.
Modernes Kyusho hat zwar auch dieses Potenzial, ist darauf ausgelegt, sich zu verteidigen und nicht zu töten; deswegen benutzen wir Verfahren, um unsere Gegner mit einem Pressen, Reiben oder einem Schlag schnell angriffsunfähig zu machen.
Die Weisheit der Akupressur nehmen wir sehr ernst in unserer Ausbildung.
Für Interessierte: Warum ein eigenes System?
Es braucht keine Jahre
Philosophie und Training
Yin und Yang
Hauptmeridiane
